Spielzeitprogramm 2016 / 2017

Meine gottverlassene Aufdringlichkeit

von Christoph Nußbaumeder
c) Susanne Schleyer

Ein Monolog von Christoph Nußbaumeder

Eine junge Frau, Kunsthistorikerin, Job als Texterin für Auktionskataloge, prekäre Einkommenssituation. Die Sicherheiten, mit denen Anna lebte, sind aufgebraucht. Was bleibt, ist Verunsicherung, gepaart mit Selbstanklage. Doch eigentlich kann sie sich nichts vorwerfen: Sie hat einen Uniabschluss, ist engagiert, motiviert und flexibel im Kopf. Und trotzdem ist das Leben voller Schwierigkeiten. Anna ist Freelancer – freischaffend und frei von Schaffen. Hat sie ihr Leben im Griff?

„Die Kunst, ein Mensch zu sein“ (Martin Kippenberger) ist harte Arbeit. Die junge Frau gibt nicht auf, sie wetzt die Messer gegen die Miesmacher ihres Lebens. In einer schlaflosen Nacht, befeuert von ein paar Gläsern Wein, rührt sich ihre Sehnsucht zu Wort: nach einer vergangenen Zeit, die noch beschwerlicher war, aber in der der Glaube an Gott half, Rückschläge aufzufangen und zuversichtlicher in die Zukunft zu blicken.

Anna spricht zu ihrer toten Großmutter, die diese Haltung verkörperte. Eine Haltung, die ihr tatsächlich Halt gab. In der Spiegelung mit diesem gelebten Leben wird der jungen Frau ihre Misere klar. Da hilft keine Aufgeklärtheit, kein Überlebensoptimismus, kein Beschwören der eigenen Stärke: Das Leben ist in vielen Momenten wie eine gottverlassene Aufdringlichkeit – voller Zumutungen der Freiheit. Wer nicht wagt, ist tot. Ein im besten Sinne „aufdringlicher“ Monolog zwischen Werden und Vergehen. Lustvolles, hintersinniges Theater für alle lebenslustigen Lebenskünstler.

Premiere: 3. März 2017

Mit Anna Eger




Dauer: 75 Min., keine Pause
 

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