Inszenierungen seit 1992 - Auswahl

ANTIGONE

von Sophokles

Antigone, Ismene, Eteokles und Polyneikes sind die jüngsten Sprösse des verfluchten Labdaiken-Geschlechts. Ödipus ist ihnen Vater und Bruder zugleich und im Bruderkrieg um die Herrschaft Thebens zeigt sich erneut die Macht des Fluchs, als sich Eteokles und Polyneikes im Zweikampf töten. Kreon, ihr Onkel, nun auf dem Thron, verbietet die Bestattung des Angreifers Polyneikes. Antigone widersetzt sich dem König und damit der Staatsräson. Ihre Rebellion ist Systemkritik, die sich in hartnäckigem, jugendlichem Aufbegehren formuliert. Kreons Staat zielt darauf ab, den status quo herzustellen, indem er sich über kulturimmanente Gesetze hinwegsetzt: In die Bestattungsrituale haben sich ethische Werte eingeschrieben. Antigones Haltung richtet sich gegen das Vergessen dieser ethischen Werte, die in anderen Gesetzbüchern als den staatlichen zu finden sind, das Vergessen der Sippengesetze, das Vergessen der göttlichen Gebote. Wird der Bruder nicht bestattet, erwartet ihn ein unglückliches Schicksal in der anderen Welt und sein Name wird aus dem Gedächtnis seines Volkes verbannt. Doch ähnlich wie Kreon verfällt sie der Hybris. Das Schicksal nimmt seinen Lauf...

Premiere: 4. Februar 2005


Schauspiel: Ursula Berlinghof, Winfried Gropper, Felix Hellmann, Julia Koschitz, Bettina Schönenberg, Andreas Sigrist, Léonie Thelen


Inszenierung der Spielzeit 2004 / 2005
"Sven Grunert hat die antike Attacke auf die Arroganz der Macht sorgfältig herauspräpariert und zugleich die Direktheit und Frische des Dramas erfahrbar gemacht. Das ist das Kunststück, das ihm...

Aufführungstermine und Ticketbestellung

 

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