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Sonntag, 07. April 2019, 17:00 Uhr

Lesungen von Gerlind Reinshagen und Feridun Zaimoglu

2. LANDSHUTER S P E R R - tage: Double feature: Souverän ihrer selbst DIE FRAU UND DIE STADT - DIE GESCHICHTE DER FRAU

Lesung: DIE FRAU UND DIE STADT von Gerlind Reinshagen mit Alfred Kirchner
Musikalisch begleitet von Wilbert Pepper

Ein Morgen in Berlin 1944. Die bekannte jüdische Lyrikerin Gertrud Kolmar verlässt das Haus mit dem Entschluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Selbsttötung statt KZ. Sie läuft zur Siegessäule, besteigt die Treppe, will springen. Ihr letzter Weg mündet in einen Fluss voller Erinnerungen an das, was gewesen ist: Freunde, Schönheit, Schmerz, Sehnsucht, Zuversicht. Es entsteht ein Bolero voller Sehnsucht. Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Am Ende siegen Kolmars Eigensinn und Trotz über die Verzweiflung. Sie steigt herunter von der Siegessäule mit dem Entschluss: „Lieber der Dreck unter ihren Stiefeln werden, als sich selbst zu zerstören!“ Ihre Liebe zum Leben siegt über die Angst vor dem Tod. Sie ist der Souverän ihrer selbst. „Die Frau und die Stadt“ ist eine berührende Ermutigung zur radikalen Selbstbestimmung. Der Text entfaltet eine lyrische Kraft voller Schönheit, in dem das Leben in seiner Sehnsucht nach sich selbst mitreißend erlebbar wird. Ein Abend voller Gefühle und Erkenntnisse über unser Menschsein.

ALFRED KIRCHNER
Alfred Kirchner ist u.a. bekannt für seine Erst- und Uraufführungen von Martin Walser, Peter Turrini, Heiner Müller, Thomas Bernhard, Herbert Achternbusch, Dario Fo, Maxim Gorki, Hans Zender, Udo Zimmermann und Helmut Lachenmann. Nach seiner Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin folgten Stationen am Bremer Theater, Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Bochum und am Burgtheater Wien. Als Professor unterrichtete er an der Musikhochschule Hamburg, Hanns Eisler Schule Berlin und an der University of Georgia. Alfred Kirchner ist außerdem für seine Arbeiten an etlichen deutschen Operhäusern berühmt. So brachte er u.a. von 1994 bis 1998 Wagners Ring in Bayreuth zur Aufführung.

Lesung: DIE GESCHICHTE DER FRAU von Feridun Zaimoglu
Lesung mit Sarah Grunert
Dramaturgie: Ganna Madiar

Eine echte Frau steht dem Zuschauer gegenüber. Ohne Plattitüden, ohne Masken, ohne Geheimnisse. Sie verlangt nur eins: gehört zu werden. Feridun Zaimoglu bricht in seinem Roman mit den Erwartungen: Bisher ungesehene, unbekannte weibliche Figuren treten aus dem Schatten der Gesellschaft. Aus dem Schatten ihren berühmten Männer. Heldinnen des Alltags, mutige Kriegerinnen, Widerständlerinnen.
Wir hören die Geschichten, dramatisch in ihrer Einfachheit. Eine ungeschönte Enthüllung kommt zum Vorschein – eine absolute Notwendigkeit in unserer Zeit. Zum Leben erweckt werden diese beeindruckenden Geschichten von der Schauspielerin Sarah Grunert.

SARAH GRUNERT
Noch während ihres Studiums an der Bayerischen Theaterakademie August Everding spielte Sarah am Prinzregententheater München und am Bochumer Schauspielhaus, wo sie ab 2013/14 zum festen Ensemblemitglied wurde. 2017/18 wechselte Sarah ans Schauspiel Frankfurt. Die junge Darstellerin wurde mehrmals für ihre Schauspielkunst ausgezeichnet, u. a. 2015 mit dem Bochumer Theaterpreis in der Kategorie „Nachwuchs“. 2018 wurde sie von Theater heute als beste Nachwuchsschauspielerin für ihre Rolle in „Das häßliche Universum“ nominiert.

Im Anschluss: Gespräch mit Christoph Leibold

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Sonntag, 07. April 2019, 17:00 Uhr
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Alfred Kirchner
Sarah Grunert Foto: Martin Steffen

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