Spielzeitprogramm 2018 / 2019

GIFT. EINE EHEGESCHICHTE

von Lot Vekemans

Die Erinnerung ist eine Blume, die nicht welken kann.

Die niederländische Autorin Lot Vekemans beschreibt die Unmöglichkeit einer Zukunft, wenn sie keine klar abgeschlossene Vergangenheit hat. Das langsame Annähern zweier Menschen, die gemeinsam Schichten von Schuld, Vorwürfen, Leid und Glück freilegen, um sich wirklich im Jetzt und Hier begegnen zu können. Voller Hoffnung und Vertrauen.

Ich bin froh, dass ich das Bild wiederhabe von dir, wo du lachst!

Vekemans erzählt in ihrer Ehegeschichte von zwei Liebenden, die sich selbst verloren, sich gegenseitig verloren und doch noch sehr viel zu sagen haben. Über zehn Jahre sind seit der Milleniums-Silvesternacht vergangen, in welcher der Mann die Frau verließ. Nun sehen sie sich wieder. An dem Ort, wo ihr Kind begraben liegt und nun umgebettet werden muss – im Boden wurde angeblich Gift gefunden. Das Schweigen endet. Ihr Trauern wird offensichtlich. Der Schmerz der Frau führte all die Jahre in die Einsamkeit. Seine Trauer blickte starr nach vorn. Es hilft nichts: Beide müssen durch den Schmerz hindurch, ohne Innehalten, um sich selbst wiederzufinden. Denn bei sich sein kann der Mensch nur, wenn er ganz und gar in der Gegenwart angekommen ist.

Subtil beobachtende und scharf analysierende Dialoge gehen, einer Kreuzfahrt in die Vergangenheit ähnlich, einher mit blindem Steuern in die hochgefährlichen Untiefen der Gegenwart. Eine Zeitreise auf giftigem Terrain beginnt. 

 

Dramaturgie: Julia Weigl
Regieassistenz: Lena Dietl, Maria Wimmer


Bühne: Sven Grunert
Kostüme: Luci Hofmüller

Dauer: 75 Min., keine Pause
Inszenierung der Spielzeit 2016 / 2017
Rezension: Drinnen das „Gift“ und draußen die Welt – Spielzeiteröffnung im kleinen Theater bietet einen Abend von sehr seltener Intensität Was für ein Kammerspiel: Mit „Gift“ von Lot Vekemans in der...

Aufführungstermine und Ticketbestellung

 
Fotos: Hilda Lobinger

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